Ergänzung: Hintergründe zum Minikreisverkehr in Bröthen
Am 29. September 2026 wurde an der Kreuzung Nordstraße/Hauptstraße in Bröthen ein Minikreisverkehr als Modellvorhaben eingerichtet. Darüber hatte die Stadt bereits informiert. Mehrere Bürgeranfragen zeigen, dass zu den Hintergründen und zur Umsetzung noch Fragen bestehen. Ergänzend zur bisherigen Meldung werden diese nachfolgend näher erläutert.
Wie entstand die Initiative für den Minikreisverkehr?
Die Initiative für einen Kreisverkehr kam direkt aus dem Ortsteil Bröthen und wurde dort intensiv vorangetrieben. Ziel war eine Verkehrsberuhigung an der Kreuzung Nordstraße/Hauptstraße. Die Stadt hat diese Anregungen aufgegriffen und sich bereits seit längerer Zeit mit einer möglichen Umsetzung beschäftigt.
Was wurde vor der Entscheidung geprüft?
Vor der Entscheidung wurden die Bedingungen vor Ort geprüft. Im Kreuzungsbereich und auf den Straßen davor wurde über einen Zeitraum von eine Woche gemessen, wie viele Fahrzeuge dort unterwegs sind und mit welchen Geschwindigkeiten sie fahren. Hierbei wurden Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h festgestellt, wobei ein Fahrzeugführer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 131 km/h gemessen wurde. Außerdem wurde untersucht, ob die örtlichen Gegebenheiten, insbesondere die vorhandenen Straßenbreiten, für einen Minikreisverkehr ausreichen. Vergleichbare Lösungen aus anderen Städten wurden ebenfalls betrachtet.
Innerhalb der Stadtverwaltung und in der Verkehrskommission wurden die Vor- und Nachteile intensiv diskutiert und gegeneinander abgewogen. Im Ergebnis fiel die Entscheidung, den Minikreisverkehr als Modellvorhaben zu erproben.
Was bedeutet Modellvorhaben und warum wurde diese Umsetzung gewählt?
Modellvorhaben bedeutet, dass die Lösung zunächst im Alltag erprobt wird. In Hoyerswerda gibt es bislang keinen vergleichbaren Kreisverkehr mit diesen kleinen Abmessungen. Deshalb soll sich zeigen, ob die Verkehrsführung unter den örtlichen Bedingungen funktioniert und die gewünschte Verkehrsberuhigung erreicht.
Dafür wurde die bestehende Kreuzung mit Markierungen und geänderter Beschilderung angepasst. Auf kostenintensive bauliche Änderungen wurde bewusst verzichtet. So kann den Anregungen aus dem Ortsteil Rechnung getragen und die Wirkung praktisch erprobt werden.
Sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden, wäre durch diese Form der Umsetzung auch ein Rückbau mit geringerem Aufwand möglich.
Können größere Fahrzeuge den Minikreisverkehr nutzen?
Für Fahrzeuge, die den Kreisverkehr wegen ihrer Abmessungen sonst nicht befahren könnten, gilt eine Ausnahme: Sie dürfen die markierte Mittelinsel überfahren, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.
Das kann beispielsweise bei Lastwagen, Bussen oder größeren landwirtschaftlichen Fahrzeugen erforderlich sein. Die Ausnahme gilt aufgrund der Fahrzeugabmessungen und erfordert keine individuelle Ausnahmegenehmigung.

