Unternehmensbesuch bei „Der Brillenträger“
In welchem Land werden die hochwertigsten Brillen gefertigt? Was macht kleine Manufakturen so besonders? Und wer hat Brillen eigentlich cool gemacht? Zu diesen und anderen Themen erhielten Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh und Christian Hoffmann, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, beim Unternehmensbesuch bei „Der Brillenträger“ am 09.03.2026 Antworten und Einblicke. Dort kamen sie mit Inhaber Matthias Jahny ins Gespräch.
Der Augenoptiker-Meister stammt aus der Region und ist seit 20 Jahren in Hoyerswerda ansässig. Gearbeitet hat er zuvor immer an anderen Orten – bis Ende 2023 als Niederlassungsleiter in Weißwasser, davor mehrere Jahre in Dresden. Berufliche Stationen gab es auch in Stuttgart und München. Seine Ausbildung hat er laut eigenen Angaben bei einem privaten Klein-Optiker absolviert und sich schon damals viel handwerkliches Knowhow erarbeitet.
Seit Februar 2024 leitet er nun sein eigenenes Unternehmen. „Ich wusste nicht, ob das hier funktioniert. Aber Hoyerswerda hat mich in der Hinsicht angenehm überrascht“, sagt er im Gespräch mit den Rathausvertretern. So habe er nur ein oder zwei Anzeigen geschaltet, fast alles laufe über Mund-zu-Mund-Propaganda. Im Vergleich zu den Marktführern ist sein Sortiment klein, aber exklusiv. „Die Leute haben durchaus Lust auf etwas Besonderes“, so der Inhaber.
Als Selbstständiger schätzt Matthias Jahny die Möglichkeit, einen persönlichen Bezug zu seinen Geschäftspartnern aufbauen zu können, mit einzelnen Firmen im kleinen Rahmen Brillen zu entwickeln und sein Wissen über Brillen an die Kunden weiterzugeben. So kennt er auch die Namen der weltweit besten Hersteller wie Masunaga und Cazal. Diese bringen von Zeit zu Zeit limitierte Sondereditionen heraus. „Man muss sich als Optiker bewerben und der Cazal-Chef entscheidet, wer die Brille bekommt.“
Matthias Jahny macht nur zwei bis drei Termine am Tag, um ausreichend Zeit für den einzelnen Kunden zu haben und die Brillen in der eigenen Werkstatt bauen zu können. Das Ladengeschäft besteht aus Holztischen und Polsterstühlen, beinahe wie in einem Wohnzimmer. „Ich verbringe so viel Zeit hier, daher wollte ich mich auch selbst wohlfühlen.“ Die Kunden kommen überwiegend aus Hoyerswerda, aber er habe auch Stammkunden in Frankfurt am Main.
Während der Oberbürgermeister viel über die Brille als individuelles Accessoire erfuhr, bekam der Unternehmer auch Einblicke in die Arbeit der Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh sprach unter anderem über Themen der Stadtentwicklung und Demografie, erläuterte die einzelnen Baumaßnahmen zur touristischen Entwicklung des Scheibe-Sees und was es mit dem geplanten Bundeswehrstandort in Straßgräbchen auf sich hat.
Nach einem regen Austausch stellte der Rathauschef fest: „Ich habe heute viel über Brillen gelernt.“ Gleichzeitig betonte er, dass die Stadtverwaltung – hier als erstes die Wirtschaftsförderung – für Sorgen und Wünsche der Unternehmer stets ein offenes Ohr hat und unterstützt, wo sie kann.






