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Geschichte – Stawizna

Auch wenn manch einer mit der Historie Hoyerswerdas nur die Neustadt verbindet, kann unsere Stadt doch auf eine viele Jahrhunderte umfassende, wechselvolle Geschichte zurückblicken. Hier ein kurzer geschichtlicher Exkurs:

Entstehung und Entwicklung bis ins Mittelalter

Archäologische Funde aus der mittleren und jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit und der vorrömischen Eisenzeit weisen auf größere Siedlungsareale in frühester Zeit hin. Seit dem Ende der germanischen Besiedlung im 4. Jahrhundert bis zum 12. Jahrhundert blieb unser Gebiet unbewohnt. Erst vom Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts liegen wieder keramische Funde vor, die auf einen gemeinsamen Landausbau durch deutsche und sorbische Siedler hinweisen.

1776 Hoyerswerda

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ließen sich deutsche Siedler hier eine Wasserburg erbauen. Es ist anzunehmen, dass mit der Burg die Keime einer Ansiedlung entstanden. Die älteste bekannte Quelle stammt aus dem Jahre 1268, als Hoyerswerda in einer Teilungsurkunde des Markgrafen von Brandenburg erwähnt wird. In einer Urkunde aus dem Jahre 1272 wird Hoyer von Vredeberg als Besitzer der Burg genannt. Er kommt auch als mutmaßlicher Gründer und Namenspatron der Stadt in Betracht.

Schnell entwickelte sich die Burg zu einer Grenzfeste zwischen Böhmen – viele Jahrhunderte Besitzer der Herrschaft Hoyerswerda – und Brandenburg. In rascher Folge wechselten die Besitzer. Die Ansiedlung erfuhr einen gewissen Aufschwung. 1371 verlieh Kaiser Karl IV. Hoyerswerda das Marktrecht. 1423 wurde Hoyerswerda von einem Herrn von Duba das Stadtrecht erteilt.

Im zweisprachigen Gebiet der Lausitz lautet der sorbische Name „Wojerecy“.

Die folgenden Jahrhunderte verliefen turbulent. Erste größere Auseinandersetzungen entstanden 1467/68, als die Hoyerswerdaer Burg – Zufluchtsort der Hussitenanhänger in der Lausitz – von den Truppen des Sechsstädtebundes belagert und schließlich vollständig zerstört wurde. Weitere Turbulenzen gab es mit den Bauernunruhen 1525 – 1527 und der Einführung der Reformation im Jahre 1540. Der ehemalige Mönch Basilius Laurentius hielt den ersten evangelischen Gottesdienst.

30-jähriger Krieg und das Wirken von Ursula Katharina von Teschen

Der dreißigjährige Krieg beeinflusste die Geschicke der Stadt. Von großen militärischen Auseinandersetzungen blieb sie zwar verschont, der wechselweise Durchmarsch von Truppen der katholischen kaiserlichen Liga und der protestantischen Union brachte jedoch starke Belastungen für die Bevölkerung: Einquartierungen, Plünderungen, Brandschatzungen, Teuerungen und Seuchen…. Das politisch wichtigste Ergebnis für Hoyerswerda war der Prager Friedensschluss von 1635, durch den beide Lausitzen und somit auch Hoyerswerda zum Kurfürstentum Sachsen kamen.

Schloss 1787
Schloss 1787

1705 begann die 32-jährige Herrschaftszeit der Herzogin und Reichsfürstin Ursula Katharina von Teschen. War Hoyerswerda bis dahin ein kleines, unbedeutendes Städtchen, das durch die Kriege und Stadtbrände immer wieder in seiner Entwicklung zurückgeworfen wurde, so erfuhr es jetzt einen großen Aufschwung. Das Schloss wurde mit viel Aufwand umgebaut. Um die nötigen Einkünfte zu erzielen, förderte die Fürstin in großzügiger Weise das Handwerk in Hoyerswerda. Durch die kluge Verwaltungspolitik der Teschen hatte sich Hoyerswerda zu einem blühenden Handwerkerstädtchen entwickelt.

Marktplatz um 1840
Marktplatz um 1840

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zogen erneut Truppen durch die Stadt. Die Napoleonischen Kriege berührten Hoyerswerda und hinterließen manche Wunde. Nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses von 1815 fiel Hoyerswerda an das Königreich Preußen. Es wurde zunächst ein gemeinsamer Kreis Spremberg / Hoyerswerda gebildet, der zum Regierungsbezirk Frankfurt/Oder gehörte. 1825 wurde Hoyerswswerda als selbständiger Kreis der Provinzialverwaltung Liegnitz zugeordnet.

Industrialisierung und Aufschwung im 19./20. Jahrhundert

Der industrielle Aufschwung begann im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Eisenbahn, Glasindustrie und Braunkohlenbergbau sorgten für eine rasche Entwicklung. Die Stadt wurde erweitert, die Bevölkerung stieg von 2.300 im Jahre 1850 auf 6.000 im Jahre 1910.

Luftbild um das Jahr 1940
Luftbild um das Jahr 1940

Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde Hoyerswerda zur Festung erklärt. Durch Artilleriebeschuss und willkürlich gelegte Brände wurden 40 Prozent des Stadtkerns zerstört. Hoyerswerda hatte zu dieser Zeit etwa 7.000 Einwohner.

In den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts bahnten sich große Veränderungen an. Der Kreis Hoyerswerda wurde dem Kohle- und Energiebezirk Cottbus zugeordnet. Im Juni 1955 beschloss der Ministerrat den Aufbau des Kombinates Schwarze Pumpe. In diesem Großbetrieb sollten künftig die reichen Braunkohlevorkommen der Lausitz veredelt werden. Das Werk war der Haupt-Gaslieferant für den Osten Deutschlands. Die dafür benötigten Arbeitskräfte sollten konzentriert in einer neu zu errichtenden Stadt angesiedelt werden. Hoyerswerda wurde als verkehrstechnisch, lufthygienisch und städtebaulich optimaler Standort gewählt.

In der Anfangsphase hatte man eine Stadt mit 38.000 Einwohnern ins Auge gefasst, für die am 31. August 1955 die Grundsteinlegung stattfand – zeitgleich mit dem ersten Spatenstich für das Kombinat. Nach ersten Erweiterungen am Rande der Kleinstadt begann man im Juni 1957 mit dem Aufbau einer völlig neuen Stadt jenseits der Schwarzen Elster. Vorgesehen waren sieben Wohnkomplexe und ein neues Stadtzentrum. Ab Mitte der 1960er-Jahre wurde klar, dass die Stadt entgegen früheren Prognosen mehr Menschen aufnehmen musste. Lebten 1960 noch 24.549 Einwohner in Hoyerswerda, waren es 1963 bereits 34.095 und 1968 schon 53.472. Der Höchststand wurde 1981 mit fast 72.000 Menschen erreicht. Bis Ende der 1980er-Jahre entstanden zehn Wohnkomplexe und das Stadtzentrum.

Eine Umfrage des runden Tisches im Jahr 1990 wurde zur Grundlage für die Entscheidung der Zugehörigkeit der Stadt Hoyerswerda zum Freistaat Sachsen. In den nächsten Jahren durchlebte die Region um Hoyerswerda einen gewaltigen Strukturwandel. Mit dem Zusammenbruch der bestimmenden Monoindustrie – Bergbau- und Energiewirtschaft – ergaben sich in der Lausitz einschneidende Veränderungen. In der Region sind 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätze in allen Bereichen regelrecht verschwunden. Sie wurden nur ansatzweise kompensiert. Dieser Umstand brachte eine hohe Arbeitslosenquote und eine hohe Abwanderungsrate mit sich (46% der Einwohner). Seit 1999 werden die zahlreichen leerstehenden Plattenbauten in der Neustadt zurückgebaut.

Bis 1995 war Hoyerswerda Kreisstadt des Landkreises Hoyerswerda, nach dessen Auflösung erhielt sie am 1. Januar 1996 den Status einer kreisfreien Stadt.

Das Stadtgebiet wurde durch die Eingemeindungen der Ortsteile Bröthen/Michalken (1. Juni 1993), Knappenrode (1. Januar 1994), Schwarzkollm (1. Januar 1996), Zeißig (1. Januar 1996) und Dörgenhausen (1. Juli 1998) vergrößert, dennoch sank die Einwohnerzahl weiter.

Seit dem 1. August 2008 gehört Hoyerswerda nach der Verwaltungs- und Funktionalreform des Freistaates Sachsen zum Landkreis Bautzen, mit dem Status einer Großen Kreisstadt.

Entstehung von Europas größter künstlicher Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtem Seengebiet

Die ehemaligen Tagebaurestlöcher wurden bzw. werden geflutet, die Landschaft großzügig umgestaltet. Vor den Toren der Stadt entwickelt sich das Lausitzer Seenland. Neben den bereits seit vielen Jahren beliebten Senftenberger-, Knappen- und Silbersee sind an der Ländergrenze zu Brandenburg neue Seen entstanden, die zum Teil durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden sind. Künftig soll diese Region einmal Europas größte künstliche Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet sein.

Stadtstadtwappenwappen

Im Wappen der Stadt, aber auch im ältesten noch bekannten Stadtsiegel mit der Umschrift „INSINGNIA CIVIVM IN HOIERSCHWERDA“ sind drei Eichen zu sehen, die offensichtlich an die Herrschaft eines Freiherrn von der Duba erinnern und auf diese zurückgehen (slawisch „Dub“ – Eiche). Ein Freiherr von der Duba erteilte am 19. Dezember 1423 Hoyerswerda das Stadtrecht. Die Bürger nahmen das Zeichen der Herren von der Duba, die Eichenzweige, in ihr Stadtwappen auf.

Die Legende besagt, dass im Jahr 1003 ein böhmisches Jäger namens Howoran seinem Herrn, Herzog Jaromir von Böhmen, das Leben rettete und als Dank dafür von diesem zum Großjägermeister ernannt und – mit Bewilligung Kaiser Heinrich II. – sowohl mit einem Wappen, das zwei fünfknotige Eichenzweige kreuzweise im silbernen Felde zeigt, als auch mit einem Lehnsgut bedacht wurde, auf dem Howoran dann das zukünftige Hoyerswerda gründete.

Das Neue Hoyerswerda

Auf der Grundlage langjähriger vorhergehender Untersuchungen zur Sicherung und Erweiterung der Rohstoffbasis der DDR und der intensiven Nutzung und Veredlung der hochwertigen Rohbraunkohle im Lausitzer Revier (relativ geringer Schwefel- und Aschegehalt) beschloss der Ministerrat der DDR am 23. Juni 1955 den Aufbau des Braunkohleveredlungskombinates „Schwarze Pumpe“ in der Trattendorfer Heide, unmittelbar beim Ortsteil Schwarze Pumpe der Gemeinde Terpe, Kreis Spremberg.

Zugleich wurde die Entscheidung getroffen, die nur 15 Kilometer entfernt – und außerhalb der „Dunstfahne“ des zukünftigen Kombinates – liegende Stadt Hoyerswerda baulich so zu erweitern, dass sie als zweite „sozialistische Wohnstadt“ (nach Eisenhüttenstadt) den zukünftig mehreren Tausend Beschäftigten des Kombinates entsprechende Wohn- und Lebensbedingungen bieten sollte. Diese enge Verknüpfung von Werk und Stadt zeigte sich bereits am 31. August 1955. In den Vormittagsstunden wurde der symbolische „Erste Spatenstich“ zum Aufbau des Kombinates Schwarze Pumpe vollzogen, am Nachmittag erfolgte die Grundsteinlegung für den Aufbau des neuen Hoyerswerda im Bereich des Bahnhofs der damals rund 7000 Einwohner zählenden Stadt.

Das rasch wachsende Braunkohlenveredlungskombinat diktierte auch das Bautempo für Hoyerswerda. Am 15. Juni 1957 erfolgte östlich des Schwarze-Elster-Kanals die offizielle Grundsteinlegung für den ersten Wohnblock in „Hoyerswerda-Neustadt“. Der Aufbau der Stadt ging einher mit der Suche nach immer rationelleren Baumethoden, insbesondere für Wohnungen. Hoyerswerda wurde sozusagen zum „Experimentierfeld“ auf diesem Gebiet. Hier wurde erstmals in der ehemaligen DDR der industrielle Wohnungsbau in der Plattenbauweise praktiziert.

Beim Anklicken des Buttons „Chronik der Hoyerswerdaer Wohngebiete“ kann man die Entstehung von Wohngebieten und Wohnkomplexen in Hoyerswerda-Altstadt und Hoyerswerda-Neustadt nachvollziehen.

Chronik der Hoyerswerdaer Wohngebiete

Der Bahnhofsvorplatz

Mit der Grundsteinlegung für das Haus Bebelstraße 16a in der Nähe des Bahnhofs begann am 31. August 1955 der Aufbau des neuen Hoyerswerda.

Bis 1958 entstanden hier die Wohnblocks in Ziegelbauweise. Am Bahnhofsvorplatz gesellte sich ein kleines Geschäftszentrum mit Läden, Dienstleistungseinrichtungen und einer Gaststätte dazu. Die Geschäfte firmierten im zweisprachigen Gebiet der Lausitz hier nicht deutsch und sorbisch, sondern über den Schaufenstern waren entsprechende Piktogramme angebracht, die nachts neonbeleuchtet waren.

Das bauliche Ensemble wurde 1970 mit einem dreigeschossigen Eckgebäude in Großblockbauweise geschlossen.

Bahnhofsvorplatz um 1955
Bahnhofsvorplatz um 1958

Die Westrandbebauung

Von 1956 bis 1957 entstand das zweite neue Wohngebiet im Altstadtbereich – erstmals mit allen notwendigen Nachfolgeeinrichtungen wie Läden, Kinderkrippe und -garten, Gaststätte, Schule, Kulturhaus und Sportanlagen.

Die Wohnhäuser wurden als verputzte Ziegelbauten mit Walmdächern errichtet. Zur Bauzeitverkürzung kamen später vorgefertigte gemauerte Ziegelgroßblöcke zum Einsatz. Auch hier befinden sich zwischen den Blöcken Grünanlagen mit Spielplätzen.

Bemerkenswert ist der bildkünstlerische Schmuck der Wohnbauten mit Flieseneinlegearbeiten und Sgrafittis. Fantasievolle Balkongeländer und Fenstergitter zieren ebenso die Häuser. Dieser Stadtteil entstand in der historischen kurzen Zeit zwischen Bauten a la Stalinallee in Berlin und der Industrialisierung des Wohnungsbaus.

Platz „An der Taube" um 1957
Platz „An der Taube” um 1957

Der Elsterbogen

Das Wohngebiet am Elsterbogen in der Altstadt wurde in drei Bauetappen errichtet. 1958 entstanden im westlichen Teil des Gebietes dreigeschossige Gebäude in Ziegelbauweise. 1961 und zwischen 1963 und 1965 folgten weitere Bauabschnitte, in deren Verlauf vor allem viergeschossige Wohnblöcke in Großblockbauweise, eine Kaufhalle, Kindereinrichtungen und eine Schule gebaut wurden. Ab 1987 wurden in einem Teil der Wohnblöcke Dachgeschosswohnungen ausgebaut.

Auf dem Foto ist ein Sgrafittobild an einem der Wohnhausgiebel zu sehen. Der 1974 geschaffene Brunnen an der Kreuzung B 96/B 97 hieß wegen seiner Gestaltungsform bereits zu DDR-Zeiten im Volksmund „ZDF-Brunnen“.

Das Geländer der Brücke über den Schwarze-Elster-Kanal ist eine Kunstschmiedearbeit von K.-H. Steinbrück, KPG „neue form“ Seidewinkel. Parallel zum Schwarze-Elster-Kanal verläuft die von mächtigen Stiel- und Roteichen gesäumte Umgehungsstraße, welche die Altstadt von der Neustadt trennt.

Elsterbogen um 1960
Elsterbogen um 1964

Wohnkomplex I

Im Jahr 1957 begann die Bebauung östlich des Schwarze-Elster-Kanals, es entstand Hoyerswerda-Neustadt. Die offizielle Grundsteinlegung erfolgte am 15. Juni 1957 am Wohnblock 103 der heutigen Dameraustraße 2-10. Dieser Block wurde in Blockbauweise errichtet.

Bereits am 2. Mai 1957 war am Block 114 die erste Großplatte montiert worden. Dies war der Beginn des industriellen Wohnungsbaus in der Plattenbauweise. Die wandgroßen Elemente, mit Türen und Fenstern versehen, wurden im „Betonwerk“ Zeißig gefertigt. Damit konnten „rund um die Uhr“ und im Sommer genau so wie im Winter Wohnungen montiert werden.

Parallel zum Plattenbau wurden in diesem Stadtteil Häuser im bereits bewährten Blockbau und ausschließlich in viergeschossiger Bauweise errichtet. In der zentralen Grünachse liegen die Versorgungseinrichtungen, die Gaststätte „Glückauf“, die Schule und der Kindergarten.

In diesem Stadtteil, in der Liselotte-Herrmann-Straße 20, wohnte von 1960 bis 1968 die Schriftstellerin Brigitte Reimann. Die Straßen sind nach bekannten Persönlichkeiten der Stadt benannt, u. a. Konrad Zuse, Otto Damerau, Brigitte Reimann und Günter Peters.

Wohnkomplex I um 1965
Wohnkomplex I um 1960

Wohnkomplex II

Das zweite Wohngebiet in Hoyerswerda-Neustadt entstand ab 1957. Bis zum Jahr 1961 wurden Blöcke mit vier Geschossen in Großblockbauweise gebaut. Nachdem sich in den Wohngebieten III und IV die Plattenbauweise bewährt hatte, wurden 1962/63 weitere Wohngebäude im P1-Typ errichtet, jedoch mit steilen Dächern wie die Großblockbauten. Die Randbebauung an der Einsteinstraße wurde 1963 mit flach geneigten Dächern weitergeführt. Nach 1970 entstanden ein elfgeschossiges Wohnhaus mit Verkaufseinrichtungen im Erdgeschoss sowie das Gästehaus.

Die obligatorische Schule und die Kindergärten liegen abseits der Hauptstraße an der Schwarzen Elster. Im Grünraum des Wohnkomplexes fanden die Werke des 3. Bildhauer-Syposiums (Thema: „Jahr des Kindes“) ihren Platz. Im Park zwischen der B 97 und dem WK II neben der dortigen Baumschule wurden die Werke des letzten Bildhauer-Syposiums (Thema: „Jahr der Behinderten“) platziert.

Im Jahr 2000 entstand an Stelle der Wohngebietskaufhalle eine größere Verkaufseinrichtung mit weitläufigem Parkplatz. Die Straßen sind nach bekannten Wissenschaftlern benannt, u. a. Albert Einstein, Frederic Joliot Curie und Wilhelm Conrad Röntgen.

Wohnkomlpex II um 1961
Wohnkomlpex II um 1961

Wohnkomplex III

Das Wohngebiet III wurde erstmals ausschließlich von 1959 bis 1961 in Plattenbauweise nach der Typenreihe P1 errichtet. An der Bautzener Allee befinden sich achtgeschossige Wohnblöcke. Diese wurden mit einem aus der BRD importierten Turmdrehkran montiert.

Es sind die ersten achtgeschossigen Wohnbauten überhaupt in der Plattenbauweise. In diesem Stadtteil wurden auch erstmalig die Kellergeschosse aus Großplatten montiert. Da die Außenwände der Häuser Farbanstriche erhielten, mussten sie nach der Montage noch eingerüstet werden.

Die Straßen sind nach bekannten Dichtern und Schriftstellern benannt, u. a. Erich Weinert, Bertolt Brecht, Johannes R. Becher, Johann Gottfried Herder und Heinrich Mann.

Wohnkomplex III um 1965
Wohnkomplex III um 1965

Wohnkomplex IV

Zwischen 1961 und 1962 entstanden fast 1.400 Wohnungen in der Plattenbauweise P1. Im zentralen Bereich befindet sich das Versorgungszentrum, das erstmals auch in Montagebauweise errichtet wurde.

Die Schule an der Schumannstraße wurde 1963/64 in 2-Mp-Skelettbauweise errichtet, wie sie für spätere Gesellschaftsbauten (z.B. das Klinikum) zum Einsatz kam. 1976 und 1984 erfolgte eine Verdichtung durch Wohnblöcke in der Plattenbauweise P2 (Y-Haus, Würfelhäuser). Im zentralen Grünraum entstand nach 1990 das Gotteshaus der neuapostolischen Gemeinde in Nachbarschaft zum katholischen Kindergarten.

Die ehemalige Gaststätte hieß „Melodie“. Die Straßen sind nach bekannten Komponisten benannt, u. a. Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Franz Schubert und Richard Wagner.

Wohnkomplex IV
Wohnkomplex IV

 

 

Wohnkomplex V

Zwischen 1962 und 1964 wurde das Wohngebiet V erbaut. Während des Bauablaufs kam es zum Wechsel vom P1-Typ zum neuentwickelten Typ „Hoyerswerda“. In mehreren Etappen wurde das Wohngebiet erweitert. Es entstanden der Bereich WK VE sowie die Randbebauung zum Stadtzentrum mit fünf-, acht- und elfgeschossigen Gebäuden in der Bauweise P2.

Die Gaststätte hieß „Kosmos“. Die Straßen sind nach bekannten Medizinern benannt, u. a. Christoph Wilhelm Hufeland, Ignaz Philipp Semmelweiss und Rudolf Ludwig Karl Virchow.

Unser Foto: Im Berufsverkehr zwischen Hoyerswerda und dem Kombinat Schwarze Pumpe wurden einige Zeit Doppelstockbusse eingesetzt.

Wohnkomplex V um 1970
Wohnkomplex V um 1970

Wohnkomplex VI

Zwischen 1964 und 1965 entstanden im Wohngebiet VI ca. 1200 Wohnungen. Erweiterungen erfolgten durch die Südrandbebauung, das Hochhaus „Am Knie“ und durch die Würfelhäuser. Alle bis 1964 errichteten Gebäude erhielten einen Fassadenanstrich. Im östlichen Bereich fanden erstmals Außenwandplatten mit Rollkies- und Splittvorsatz Anwendung. Außerdem wurde an einem Block die Raumzellenbauweise erprobt. Dabei wurden mehrere Betonelemente im Betonwerk zusammen gefügt, der Innenausbau des Segments vorgenommen, dieses zur Baustelle transportiert und dort montiert. Zeit- und Kosteneinsparungen konnten jedoch nicht erreicht werden.

Kennzeichen des Wohngebietes sind ein Rosarium und das Planetarium. Beide entstanden Ende der 60er Jahre im „Nationalen Aufbauwerk“ (NAW), das heißt bei unentgeltlichen Arbeitseinsätzen. Im Frühjahr sind die blühenden Sternmagnolien eine Augenweide. Die Gaststätte hieß „Libelle“. Die Straßen sind nach bekannten Kosmonauten und Astronauten benannt, u. a. Juri Gagarin, Valentina Tereschkowa, Neil Armstrong, Michael Collins.

Wohnkomplex VI um 1970
Wohnkomplex VI um 1970

Wohnkomplex VII

In den Jahren 1965 und 1966 wurde mit dem Wohnkomplex VII das in den fünfziger Jahren beschlossene Baukonzept der Neustadt um drei Jahre verspätet abgeschlossen, allerdings ohne das ursprünglich geplante Stadtzentrum. Die sechsgeschossigen Würfelhäuser wurden um 1984 eingefügt. Es ist der einzige Wohnkomplex ohne direkten Anschluss an eine Hauptstraße. Der ehemalige „Freizeitkomplex Ost“, das heutige Sportforum, ist benachbart. Die Gaststätte heißt „Olympia“.

Werke des 7. Bildhauer-Symposiums von 1987 schmücken diesen Wohnkomplex. Die Straßen sind nach bekannten Humanisten und Sportlern benannt, u. a. Martin Luther, Philipp Melanchthon, Ulrich von Hutten und Friedrich Ludwig Jahn.

Wohnkomplex VII um 1975
Wohnkomplex VII um 1975

Wohnkomplex VIII

Die Wohnblöcke im Wohngebiet VIII errichtete man 1966 im Plattenbautyp „Hoyerswerda“. Erstmals kamen hierbei Zwischen- und Ecksegmente zum Einsatz. Im nördlichen Teil erfolgte 1967 die Umstellung auf den Typ P2, in dem auch die elfgeschossigen Wohnscheiben errichtet wurden. Die Oberflächen wurden mit Rollkies- bzw. Splittbeschichtung oder Keramikplatten sowie Oberflächenstrukturen versehen. Der Abschluss der Bauarbeiten erfolgte 1972. Durch die hohe Bebauungsdichte kam es zu einer eingeschränkten Größe der Freiflächen.

Mit dem Wohnkomplex VIII wurden viele gute städtebauliche Vorsätze aufgegeben und die nunmehr fünfgeschossigen Wohnhäuser anstatt der bisherigen Viergeschosser ohne Aufzüge errichtet. Die  „Planung“ sah nicht mehr 150 Einwohner pro Hektar vor sondern nunmehr 300 Einwohner. Zwei Hochhäuser wurden zusätzlich gebaut. Neben den bisher gebauten Wohnhaustypen kam erstmals auch das innen liegende Treppenhaus (ohne Fenster) zum Einsatz.

Drei Schulen und drei Kindergärten deuten ebenfalls auf die Größe dieses Wohnkomplexes und die enorme Bevölkerungsdichte hin. Das Gebietszentrum ist das „Treff 8 – Center“. Die schmückenden Keramikteller von Jüren von Woyski an der Kaufhalle wichen nach 1990 einer schlichten Blechverkleidung.

Die Straßen waren ursprünglich nach an der Grenze zwischen der DDR und der BRD tödlich verletzten DDR-Grenzsoldaten benannt. Nach 1990 wurden sie nach Ortschaften umbenannt, die dem Aufschluss von Braunkohle-Tagebauen in der hiesigen Region weichen mussten, u. a. Scadoer Straße, Buchwalder Straße und Ratzener Straße.

Wohnkomplex VIII um 1977
Wohnkomplex VIII um 1977

Wohnkomplex IX

Die fünf- und elfgeschossigen Gebäude wurden in der Bauweise P2 errichtet. Auch hier ist die Bebauungsdichte sehr hoch. Lange Straßenzüge prägen das Wohngebiet. Die Gliederung innerhalb des Wohngebietes erfolgt durch Zwischensegmente sowie die Stellung der Gebäude zueinander. Ein Alters- und Pflegeheim und ein Lehrlingswohnheim wurden nördlich an das eigentliche Wohngebiet angegliedert.

Gaststätte, Einzelgeschäfte und die zentrale Kaufhalle waren ursprünglich durch einen Laubengang zusammen gefasst. In diesem atriumartigen Höfchen wurden die Plastiken des 1. Internationalen Bildhauer-Symposiums aufgestellt.

Die Straßen wurden nach Persönlichkeiten und militärischen Führern in Befreiungskriegen benannt, u. a. Gerhard von Scharnhorst, August-Wilhelm Neidhardt von Gneisenau, Florian Geyer und Thomas Müntzer.

Wohnkomplex IX um 1976
Wohnkomplex IX um 1976

Wohnkomplex X

Im Wohngebiet X entstanden zwischen 1986 und 1990 in zwei Bauabschnitten fünf- und sechsgeschossige Gebäude in der Bauweise WBS 70. Die Häusergruppen begrenzen einen parkähnlich gestalteten inneren Grünraum, der erst 1992 fertiggestellt wurde. In den entstandenen Wohnhöfen sollten sich Verkehrs- und Ruhezonen abwechseln. Im zweiten Bauabschnitt wurden Wohngebäude mit Geschäften im Erdgeschoss errichtet. Auch die Bauten der sozialen Infrastruktur des Wohngebietes wurden mit Betonelementen in Montagebauweise errichtet.

Der erste Wohnkomplex jenseits der Bundsstraße B 97 ist zugleich der letzte Teil der neuen Stadt. Neben fünfgeschossigen Wohnbauten stehen auch sechsgeschossige ohne Aufzug. Am Rande des Wohngebietes entstanden das Laurentius-Heim, das Berufliche Schulzentrum „Konrad Zuse“ und auch ein Bowling-Center. Vom Wohnkomplex hat man einen guten Blick zur Ortschaft Seidewinkel.

Die Straßen wurden nach bekannten Bildenden Künstlern benannt, u. a. Käthe Kollwitz, Otto Dix und Otto Nagel.

Wohnkomplex X um 1980
Wohnkomplex X um 1988

Das Stadtzentrum

Bereits 1955 als wohnungsfreies Gebiet geplant, wurde das Stadtzentrum der Neustadt nur sehr zögerlich in Angriff genommen. Es sollte Gebäude mit übergeordneter Bedeutung umfassen und einen Übergang zur Altstadt herstellen. Als erstes Gebäude entstand das Fernmeldeamt, danach das CENTRUM-Warenhaus (heute Karstadt) in Stahlbetonskelett-Montagebauweise.

Mit der Errichtung des Hochhauses Einsteinstraße 1-5 wurde die Absicht, ein Stadtzentrum ohne Wohnungen zu bauen, aufgegeben. 1975 wurde der Bau von Wohnungen fortgesetzt. Es entstanden weitere elfstöckige Wohnhäuser, was ein endgültiges Abgehen von der ursprünglichen Konzeption bedeutete. Durch die Einordnung von Läden in die Erdgeschossbereiche entstanden zwei verkehrsfreie Geschäftsstraßen. In die Bebauung wurden wiederum Schulen, Kindereinrichtungen und medizinische Einrichtungen einbezogen. Nach langen Querelen erfolgte von 1977 bis 1984 der Bau des „Hauses der Berg- und Energiearbeiter“ (HBE; nach der Wende in „Lausitzhalle“ umbenannt) als zweites repräsentatives Gebäude.

Ein zentraler Platz – der ehemalige „Platz des 7. Oktober“ (nach der Wende in „Lausitzer Platz“ umbenannt) entstand erst mit dem Bau des HBE und wurde am 7. Oktober 1985 seiner Bestimmung übergeben. Umgeben von der Lausitzhalle, dem Lausitz-Center, dem ehemaligen CENTRUM Warenhaus, entwickelte sich der Lausitzer Platz nach 1989 faktisch zum „Neustädter Markt“.

Ausschließlich elfgeschossige Hochhäuser, teils mit Geschäften im Erdgeschoss, wurden errichtet. Folgerichtig entstanden auch hier Schulen und Kindergärten.

Ein zentraler Platz – der ehemalige „Platz des 7. Oktober“ (nach der Wende in „Lausitzer Platz“ umbenannt) entstand erst mit dem Bau des ehemaligen „Hauses der Berg- und Energiearbeiter“ (HBE; nach der Wende in „Lausitzhalle“ umbenannt) im Zeitraum 1977 bis 1984 und wurde am 7. Oktober 1985 seiner Bestimmung übergeben. Umgeben von der Lausitzhalle, dem Lausitz-Center, dem Karstadt-Kaufhaus (ehemals CENTRUM Warenhaus) und dem C&A-Kaufhaus, entwickelte sich der Lausitzer Platz nach 1989 faktisch zum „Neustädter Markt“.

Die ursprünglichen Bezeichnungen für Straßen und Plätze wurden nach der Wende zum Teil geändert, so erhielt beispielsweise die Promenade der Freundschaft den Namen Stadtpromenade und Am Ehrenhain wurde in Bonhoefferstraße umbenannt.

Mit zum Stadtzentrum gehören der kleine Park am heutigen Martin-Luther-King-Haus, ein ehemaliger Friedhof mit Kapelle an der einstigen Landstraße nach Bautzen, und der Ehrenhain.

 

Blick über das Ehrenhain in das Stadtzentrum zu den Elfstöckigen Wohnhäusern, die es so heute nicht mehr gibt
Blick über das Ehrenhain in das Stadtzentrum zu den Elfstöckigen Wohnhäusern, die es so heute nicht mehr gibt
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