Hoyerswerda

+16°C
0,58 m
WHY! Hoyerswerda Logo
Menu

Gedenkwoche „Hoyerswerda 1991“ vom 21. bis 27. September

In diesem Jahr jähren sich die rassistischen Ausschreitungen in Hoyerswerda vom Herbst 1991 zum 35. Mal. Aus diesem Anlass organisieren die Stadt Hoyerswerda, die Initiative Zivilcourage und zahlreiche Partner eine Gedenkwoche. Unter dem Titel „Hoyerswerda 1991: Erinnerungen – Einsichten – Perspektiven“ finden vom 21. bis 27. September 2026 verschiedene Veranstaltungen statt. Alle Interessierten sind eingeladen, die Angebote zu besuchen, sich über die damaligen Geschehnisse zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Hier geht es zum vollständigen Programm mit allen Terminen, Veranstaltungsorten und Hinweisen zur Anmeldung:
https://zivilcourage-hoy.de/unsere-projekte-in-hoyerswerda/hoyerswerda-1991-gedenkwoche/

Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr besonders die Erfahrungen der ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter. Viele von ihnen lebten und arbeiteten auch in Hoyerswerda. In der DDR wurden Teile ihres Lohns einbehalten, die nach ihrer Rückkehr ausgezahlt werden sollten. Ein großer Teil der Betroffenen erhielt das Geld jedoch nicht. Bis heute kämpfen die sogenannten Madgermanes um ausstehende Leistungen, Entschädigung und die Anerkennung des erlittenen Unrechts.

Den Auftakt der Gedenkwoche bildet am Montag, 21. September, die Ausstellung „Herbst ’91“ in der Volkshochschule Hoyerswerda. Anhand von Polizeiberichten und Beiträgen der damaligen lokalen Presse rekonstruiert sie die Ereignisse des Jahres 1991.

Am Mittwoch, den 23. September, wird um 14 Uhr im Lausitz-Center die multimediale Ausstellung „See my Story. Copyright by Madgermanes“ eröffnet. In Videos und fotografischen Selbstporträts erzählen ehemalige mosambikanische Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter ihre Geschichten aus der eigenen Perspektive. Anschließend findet um 15 Uhr am Denkmal im Zentralpark die Veranstaltung „Pogrom 91 – Nie wieder ist jetzt!“ statt. Dort wird an den Angriff auf das damalige Vertragsarbeiterwohnheim erinnert und ein neues Bildungsprojekt zu den Ereignissen vorgestellt. „Nur wenn man die Ereignisse aus dem Herbst 1991 als Teil der Stadtgeschichte von Hoyerswerda annimmt, kann das zu einem Aufeinanderzugehen und zu Versöhnung führen“, so Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh, der an beiden Veranstaltungen teilnehmen und eine Rede halten wird.

Zum weiteren Programm gehören ein historischer Stadtrundgang, Ausstellungen und Begegnungsangebote im Martin-Luther-King-Haus sowie der Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ mit anschließendem Gespräch.

Am Sonnabend, 26. September, wird um 14 Uhr am ehemaligen Standort des Clubs „Nachtasyl“ in der Ziolkowskistraße 35 ein Gedenkstein für Mike Zerna eingeweiht. Der damals 22-Jährige wurde dort im Februar 1993 bei einem Neonaziangriff so schwer verletzt, dass er wenige Tage später starb. Die Idee für einen dauerhaften Gedenkort entstand im Austausch mit Angehörigen sowie weiteren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Das Vorhaben wird von der Stadt und der Stadtpolitik getragen. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh wird bei der Einweihung dabei sein. Wer möchte, kann Blumen mitbringen.

Den Abschluss der Gedenkwoche bildet am Sonntag, 27. September, um 9.30 Uhr ein Gottesdienst im Martin-Luther-King-Haus.

Weitere Informationen stehen unter www.zivilcourage-hoy.de, www.hoyerswerda-1991.de und www.vertragsarbeit-mosambik-ddr.de zur Verfügung.

Nach oben

Gedenkwoche „Hoyerswerda 1991“ vom 21. bis 27. September