Mitglieder des Jugendstadtrates stellen sich den Fragen der Presse
Der Jugendstadtrat (kurz „JuStRa“) wurde am 16.06.2025 neu gewählt und fand sich im September 2025 zu einer konstituierenden Sitzung zusammen. Sieben Mitglieder gehören dem Jugendstadtrat an, die von vier verschiedenen Schulen kommen – von den drei Hoyerswerdaer Gymnasien und von der Oberschule. Ende November gab es einen Workshop, bei dem sich die engagierten Jugendlichen näher kennenlernten.
Am 18.02.2026 stellten sich drei Mitglieder des Jugendstadtrates in einem Pressegespräch vor und sprachen über ihre Anliegen und Wünsche. Dabei prasselten viele Fragen auf sie ein, zum Beispiel: »Wie seht ihr Hoyerswerda? Was ist positiv an der Stadt und was müsste man noch angehen?« »Wo seid ihr in eurer Freizeit unterwegs?« »Warum seid ihr für den Jugendstadtrat angetreten?« »Wenn ihr eine Sache umsetzen könntet, die definitiv gemacht wird, welche wäre das?« »Woran möchte denn die Jugend beteiligt werden?«
Die spontanen Antworten auf die vielfach gestellten Fragen waren zum Teil überraschend. So spielt etwa der Aspekt Sicherheit eine Rolle, bspw. in Form von Frauenparkplätzen in der Nähe von Eingangsbereichen oder Security-Cams. Auch die glatten Gehwege im Winter werden erwähnt, ebenso die Modernisierung der Bushaltestellen. An den Haltestellen wünscht man sich mehr Beleuchtung und im Winter beheizte Sitzflächen. Überhaupt sei die Stadt nachts nicht gut beleuchtet.
Als „großer Anfang“ wird der Bau der Pumptrack-Anlage genannt. So etwas bräuchte es noch mehr in Hoyerswerda. Insgesamt gebe es zu wenig Angebote und Begegnungsorte für Jugendliche. Man treffe sich oft am Lausitzcenter und „sitzt dort auf den kalten Steinen“. Andere, die weniger soziale Kontakte haben, blieben gleich zu Hause. Auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt sind aus Sicht der Jugendlichen nicht reizvoll. „Shoppen in Dresden und Leipzig ist viel attraktiver als hier in Hoyerswerda“, sagt eine Jugendstadträtin.
Gefragt und diskutiert wurde im Rahmen des Pressetermins aber auch, wie der Jugendstadtrat stärker in die Ratsarbeit eingebunden werden kann. Vor allem, wie mehr Verbindung zum Stadtrat hergestellt werden kann. Hier gab es vor Kurzem bereits eine Anfrage, wonach sich drei Mitglieder des Stadtrates zu einem ersten Kennenlern-Treffen bereit erklärt haben – als Auftakt für die weitere Zusammenarbeit.
Zwar ist der Jugendstadtrat laut Satzung kein Beirat, sondern ein Beratungsorgan. D.h. es gibt keine Pflicht, den Jugendstadtrat hinsichtlich bestimmter Beschlussvorlagen anzuhören, wie das bei Ausschüssen oder Beiräten der Fall ist. Doch sei der Jugendstadtrat „ein Bekenntnis der Stadt, nicht über die Jugend, sondern mit der Jugend zu sprechen“, sagt Diana Karbe, die innerhalb der Verwaltung Ansprechpartnerin für den Jugendstadtrat ist.
Im Finanzhaushalt der Stadt gibt es eine Kostenstelle, die die Jugendlichen für ihre Projekte nutzen können. Zudem sitzen Vertreter des Jugendstadtrates auch in der Steuergruppe Bürgerhaushalt. Sie dürfen also mitentscheiden, was mit dem Budget aus dem Bürgerhaushalt passiert. Diana Karbe sieht dennoch Handlungsbedarf, die Jugendlichen zu unterstützen, insbesondere bei den bürokratischen Herausforderungen.
Hinsichtlich der Frage, wie erfolgreich so ein Jugendstadtrat ist, gibt Bürgermeister Mirko Pink zu bedenken, dass die Mitglieder alle zwei Jahre neu gewählt werden, sich erstmal nicht kennen und plötzlich „was auf die Beine stellen sollen“. Das funktioniere mal besser und andere Jahre wieder weniger gut. Im Jugendalter sei es völlig zulässig, wenn auch mal etwas nicht funktioniert. Insofern sei der Jugendstadtrat auch ein Versuchsfeld.
Olaf Dominick, Leiter des Oberbürgermeister-Büros, appelliert, die Jugendlichen mögen ruhig mit ihren Anliegen und Forderungen auf die Stadtverwaltung zukommen. Man werde sich alles anschauen, auch wenn nicht alles (sofort) geregelt und umgesetzt werden kann.





