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Gute Veranstaltung, ernüchternde Ergebnisse

Wie groß das Interesse der Hoyerswerdaer an einer besseren Anbindung an die Landeshauptstadt Dresden über die B 97 ist, bewies die Besucherzahl der Bürgerfragestunde am Freitag im Rathaus. Für 17 Uhr war diese anberaumt, rund 50 Interessierte hatten sich zu dieser ungewöhnlichen Zeit eingefunden. Rede und Antwort standen Stefan Brangs, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Andreas Biesold, Leiter der Niederlassung Bautzen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr LaSuV) und Sven Scheidemantel als Vertreter des Automobilclubs Europa, ACE. Moderiert wurde die Fragestunde von Oberbürgermeister Stefan Skora, eingefordert worden war sie aus der Mitte des Stadtrates im Ergebnis des „Sachsengesprächs“, das im Juni in der Lausitzhalle stattfand. Schon damals hatte Stefan Brangs zur Verkehrsproblematik versprochen: „Ich komme noch einmal wieder und bringe meine zuständigen Fachleute mit“.

Wer nun erwartet hatte, die Herren hätten bereits fauch fertige Pläne mitgebracht, war schnell ernüchtert. An einen mehrspurigen Ausbau der B 97 analog der Strecke nach Cottbus, ist derzeit nicht zu denken. 15.000 Fahrzeuge müssten täglich zwischen Hoyerswerda und Dresden unterwegs sein. Es sind allerdings nur 11.000 und Prognosen bis 2030 gehen von einer rückläufigen Entwicklung aus. Andreas Biesold zählte die bisherigen Maßnahmen an der B 97 auf und erläuterte weitere Vorhaben in naher Zukunft: Gut 70 Millionen Euro wurden und werden investiert. Genannt wurden Baumaßnahmen in Ottendorf-Okrilla (derzeit Bau der Hirschkurve), Laußnitz, Schwepnitz oder Großgrabe – Hoyerswerda tauchte mit dem Ausbau der S 95 in Dörgenhausen an der Peripherie auf. Von den Bürgern angemahnt wurde auch die Bahn-Anbindung an Berlin, Cottbus, Dresden oder Leipzig. –Hier liegt die Verantwortung bei den Verkehrsverbünden, diese müssten die Leistungen bestellen, so Stefan Brangs.

Die Chancen für Hoyerswerda liegen im Strukturwandel, der in den kommenden Jahren unweigerlich auf die Lausitz zukommen wird, so der Staatsekretär weiter. Durch die Zusammenarbeit der betroffenen Kommunen, der Verbände, der Wirtschaft und der Politik – wie sie jetzt bereits in der Strukturkommission angelaufen ist – muss es möglich werden, durch vereinfachte Gesetzesverfahren auch Dinge auf den Weg zu bringen, –die sonst nicht zulässig wären. In Sachsen wäre ein „Verkehrswegebeschleunigungsgesetz“ (wie nach der Wende) ein Beispiel dafür. Planungsverfahren würden dadurch deutlich verkürzt. Auch eine „Rollende Landstraße“, also „Brummi-Verkehr“ auf dem Schienenweg und damit Entlastung der Autobahnen und Bundesstraßen wird wieder in Erwägung gezogen.

Fazit: Gute Veranstaltung, ernüchternde Ergebnisse – aber Hoyerswerda wird wenigstens wieder wahrgenommen!

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