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Verkehrsunfallbericht 2020

Verkehrsunfallbericht 2020

„2020 waren wahrscheinlich auch auf Grund der coronabedingten Einschränkungen und damit eines geringeren Verkehrsaufkommens weniger Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Damit einhergehend haben sich die Unfallhäufungsstellen verändert. Diese Tendenz hält bis dato an.“ Mit diesen Worten eröffnete Götz Gleiche, Fachgruppenleiter der Unteren Straßenverkehrsbehörde, den Pressetermin zur Auswertung des Verkehrsunfallgeschehens. Bei der Präsentation der Ergebnisse wurde er von Tobias Hilbert, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeireviers Hoyerswerda, sowie Sylvio Last, Polizeihauptkommissar vom Sachgebiet Verkehr, unterstützt. Die Polizei nimmt Unfälle auf, wertet die Daten aus und stellt sie der Stadt zur Verfügung.

Art und Anzahl der Verkehrsunfälle

1.686 Verkehrsunfälle nahm die Polizei im gesamten Revierbereich Hoyerswerda (er umfasst nicht nur die Stadt) auf – 309 weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von -15,49 Prozent. In der Kernstadt einschließlich ihrer Ortsteile ereigneten sich insgesamt 817 Verkehrsunfälle. Das sind 194 weniger als 2019. Auch Zusammenstöße mit Wild gab es im „Corona-Jahr“ deutlich weniger (89 in 2019, 63 in 2020). Eine Person starb bei einem Verkehrsunfall. Es handelte sich um einen Radfahrer, dem ein PKW die Vorfahrt nahm. Zwar bedeutet dies im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von -2, doch: „Ein Toter ist immer noch einer zu viel“, so Erster Polizeihauptkommissar Tobias Hilbert.

Unter den 142 verletzten bzw. getöteten Personen befanden sich auch 2020 mehrheitlich Radfahrer (55 Personen). Diese Verkehrsteilnehmer sind bei einem Aufprall ungeschützt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die sich bei einem Sturz lebensgefährlich verletzen können. Auch Fahrer von E-Bikes und Pedelecs sind höheren Gefahren ausgesetzt: Sie entwickeln Geschwindigkeiten von 20-25 km/h – ein ungebremster Aufprall bedeutet schwerwiegende Verletzungen. Revierleiter Tobias Hilbert appelliert: „Schützen Sie sich. Setzen Sie einen Helm auf. Dieser kann im Ernstfall oft Schlimmeres verhindern.“  In 50 % der Fälle waren die Radfahrer selbst Verursacher des Unfalls.

Unfallschwerpunkte

Auf Rang 1 der Unfallhäufungsstellen 2020 hat es der Knotenpunkt Bautzener Brücke (Elsterstr./Alte Berliner Str./A.-Einstein-Str.) geschafft. Hier war erneut das Phänomen falsch (links) fahrender Radfahrer zu beobachten, die aus der A.-Einstein-Str. kommend Richtung Altstadt die Elsterstraße überquerten. Von hinten kommende links abbiegende PKW können diese Radfahrer, die zum Teil sehr schnell unterwegs sind, leicht übersehen. Auch die Ampelanlage, die am Wochenende nicht durchgehend eingeschaltet ist, ist eine der Ursachen für die insgesamt 11 Verkehrsunfälle, die sich im letzten Jahr an dieser Kreuzung ereigneten (2019: 10). Hier wird seitens der Stadt gegengesteuert, indem die Ampelanlage sonntags zukünftig bereits ab 8:00 Uhr aktiv sein wird. Außerdem werden Pfeilmarkierungen auf dem Radweg aufgebracht, die an die falsch fahrenden Radfahrer adressiert sind.

Ein weiterer bekannter Unfallschwerpunkt ist die Kreuzung Kolpingstr./Alte Berliner Str. Zwar ereigneten sich hier 2020 „nur“ 4 Verkehrsunfälle (2019: 7), doch reihen sich diese in die Unfallhäufungsstatistik der vergangenen drei Jahre ein. Verkehrsteilnehmer aus der Kolpingstraße übersehen häufig von rechts kommende Vorfahrtsberechtigte, wenn sie links abbiegen oder geradeaus fahren wollen. „Wir können uns dieses Phänomen nicht so recht erklären, denn die Sicht nach rechts ist gut“, so Götz Gleiche, Fachgruppenleiter der Unteren Straßenverkehrsbehörde. Nichtsdestotrotz wird die Stadt Maßnahmen ergreifen: Die Mittelmarkierung wird in Richtung Kolpingstraße verlängert und der dortige Radfahrstreifen wird im Kreuzungsbereich entfernt, um die Straßenführung optisch zu verbreitern. Eine Vorfahrtsänderung wird aktuell nicht in Erwägung gezogen.

Ein weiterer Unfallschwerpunkt, der auch in der 3-Jahres-Statistik auftaucht, ist der Knoten Teschenstr./Alte Berliner Str. Problem ist auch hier das Fehlverhalten vieler Radfahrer, die aus der Alten Berliner Str. kommend auf der linken Seite die Teschenstraße passieren. Die an der Ampel in der Teschenstraße stehenden PKW, die dank Grünem Pfeil abbiegen können, übersehen die den linken Radweg verbotenerweise befahrenden Radfahrer leicht. Wie bereits im Vorjahr ereigneten sich an dieser Kreuzung 5 Unfälle. Kontrollen und Aufklärungsarbeit sollen die Unfallrate verringern. Gegensteuerende Maßnahmen sind aktuell nicht vorgesehen, das Unfallgeschehen wird jedoch weiter beobachtet.

Weitere Unfallhäufungsschwerpunkte 2020 waren unter anderem der Knoten Kamenzer Bogen/Wittichenauer Str., die Kreuzung Bautzener Allee/A.-Einstein-Str./K.-Niederkirchner-Str., die Kreuzung Görlitzer Brücke sowie als „Ausreißer“ die Mittelinsel in der Müntzerstraße.

Verkehrsprävention

Die Polizei arbeitet auch weiterhin präventiv, um Unfälle zu verhindern. So soll die Ausstattung an Fahrrädern erhöht werden, um diese im Verkehrspräventionsbereich einzusetzen. Zudem werden im gesamten Stadtgebiet Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Bei den Kontrollen wird besonders auf betrunkene Radfahrer geachtet, die vor allem sich selbst gefährden. Die Verkehrserziehung sollte aus Sicht der Polizei früh ansetzen und beginnt daher schon bei den Kleinsten: Jedes Jahr führt die Polizei gemeinsam mit der Verkehrswacht Fahrradschulungen für die Grundschüler durch, die mit dem Fahrradführerschein honoriert werden.

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